Warum ist Ergonomie im Büro wichtig?
Ergonomie am Arbeitsplatz fördert gesundes Arbeiten und hilft, körperliche Belastungen zu reduzieren. Entscheidend sind individuell angepasste Bürostühle, Schreibtische, Bildschirmarbeitsplätze und eine ergonomische Arbeitsumgebung...
Ergonomie im Büro ist wichtig, weil sie dazu beiträgt, körperliche Belastungen zu reduzieren und gesundes Arbeiten zu unterstützen. Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse des Menschen und ermöglicht es, Bürostuhl, Schreibtisch, Bildschirm und weitere Arbeitsmittel entsprechend anzupassen.
Besonders bei längerer Bildschirmarbeit können ungünstige Körperhaltungen und einseitige Belastungen zu Beschwerden führen. Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung soll deshalb eine gesunde Körperhaltung, regelmässige Haltungswechsel und mehr Bewegung im Arbeitsalltag fördern.
Was ist Ergonomie am Arbeitsplatz?
Ergonomie bezeichnet die Anpassung von Arbeitsbedingungen, Arbeitsabläufen und Arbeitsmitteln an die Bedürfnisse des Menschen. Ziel ist es, die Arbeitsumgebung so zu gestalten, dass körperliche Belastungen möglichst reduziert und gleichzeitig gute Voraussetzungen für gesundes und effizientes Arbeiten geschaffen werden.
Am Büroarbeitsplatz betrifft Ergonomie insbesondere das Zusammenspiel von Bürostuhl, Schreibtisch, Bildschirm und weiteren Arbeitsmitteln sowie die Gestaltung der Arbeitsumgebung. Auch persönliche Bewegungsabläufe, Pausen und regelmässige Haltungswechsel gehören dazu.
Für einen ergonomischen Arbeitsplatz sind vor allem drei Bereiche relevant:
- Arbeitsmittel: Bürostuhl, Schreibtisch, Bildschirm, Tastatur, Maus und weitere Büroaccessoires.
- Arbeitsumgebung: Beleuchtung, Raumklima und Akustik.
- Bewegung: regelmässige Haltungswechsel, Bewegung und Pausen während des Arbeitstages
Unser Inhalt:
Was ist Ergonomie am Arbeitsplatz?
Ergonomisch sitzen und arbeiten
Schreibtisch und Bildschirmarbeitsplatz
Ergonomische Arbeitsumgebung
Richtlinien zur Ergonomie in der Schweiz
Wie gestaltet man einen Arbeitsplatz ergonomisch?
Ein ergonomischer Arbeitsplatz lässt sich sowohl im Homeoffice als auch im Büro Schritt für Schritt gestalten. Entscheidend ist, dass Bürostuhl, Schreibtisch und Bildschirm individuell eingestellt werden und ausreichend Bewegung sowie regelmässige Haltungswechsel in den Arbeitsalltag integriert werden.
Wie sitzt man am Arbeitsplatz ergonomisch richtig?
Ergonomisches Sitzen bedeutet nicht, dauerhaft in einer einzigen „richtigen“ Position zu sitzen. Entscheidend sind ein individuell eingestellter Bürostuhl, eine passende Sitzposition und regelmässige Haltungswechsel. Dynamisches Sitzen und Bewegung helfen dabei, einseitige Belastungen während des Arbeitstages zu reduzieren.
- Der Bürostuhl sollte individuell einstellbar sein. Ein ergonomischer Bürostuhl lässt sich an Körpergrösse, Körperbau und persönliche Sitzgewohnheiten anpassen. Wichtig sind unter anderem eine passende Sitzhöhe, eine unterstützende Rückenlehne und Möglichkeiten für dynamisches Sitzen. Je nach Modell können beispielsweise Synchronmechanik, Vorneigungsfunktion oder eine einstellbare Lordosenstütze die individuelle Anpassung unterstützen.
- Dynamisches Sitzen fördert Haltungswechsel. Auch eine aufrechte Sitzposition sollte nicht über längere Zeit unverändert beibehalten werden. Sinnvoll ist es, die Sitzposition regelmässig zu wechseln – beispielsweise zwischen aufrechter, vorgeneigter und zurückgelehnter Haltung. Bürostühle mit beweglichen Mechaniken können solche Haltungswechsel unterstützen.
- Die Sitzposition individuell einstellen. Tisch- und Stuhlhöhe sollten so aufeinander abgestimmt sein, dass Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel ungefähr einen rechten Winkel bilden können. Die Füsse sollten vollständig auf dem Boden oder auf einer geeigneten Fussstütze stehen. Die Unterarme sollten locker auf der Arbeitsfläche aufliegen können, während die Schultern entspannt bleiben. Wichtig ist jedoch, die Sitzposition regelmässig zu verändern und nicht dauerhaft in derselben Haltung zu verharren.
Passende Lösungen für ergonomisches Sitzen finden sich auf officebase beispielsweise bei Interstuhl, Wilkhahn und Aeris.
Büroarbeit im Stehen – Haltung und Bewegung
Als Orientierung für mehr Bewegung im Büroalltag wird häufig die 60-30-10-Faustregel verwendet: etwa 60 Prozent dynamisches Sitzen, 30 Prozent Arbeiten im Stehen und 10 Prozent gezielte Bewegung. Entscheidend ist vor allem, die Körperhaltung regelmässig zu wechseln.
- Sitz-Steh-Tische, Stehtische und Stehpulte. Höhenverstellbare Arbeitsflächen ermöglichen es, während des Arbeitstages zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln. Stehpulte und Stehtische können einen bestehenden Arbeitsplatz ergänzen, während höhenverstellbare Sitz-Steh-Tische den klassischen Schreibtisch ersetzen und flexibel an unterschiedliche Arbeitshöhen angepasst werden können. Wichtig ist dabei nicht das möglichst lange Arbeiten im Stehen, sondern der regelmässige Wechsel der Körperhaltung.
- Die richtige Stehposition. Beim Arbeiten im Stehen sollte die Höhe der Arbeitsfläche so eingestellt werden, dass die Unterarme entspannt aufliegen können und die Schultern locker bleiben. Eine aufrechte Körperhaltung ist sinnvoll, sollte jedoch ebenfalls nicht über längere Zeit unverändert beibehalten werden. Wer das Arbeiten im Stehen nicht gewohnt ist, kann die Stehphasen zunächst schrittweise verlängern und bei Bedarf wieder in eine sitzende Position wechseln.
- Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren. Auch beim Arbeiten im Stehen sind regelmässige Bewegungs- und Haltungswechsel wichtig. Schon kleine Bewegungen wie Gewichtsverlagerungen, einige Schritte, das Vor- und Zurückbewegen des Körpers oder ein kurzer Positionswechsel können helfen, eine dauerhaft statische Haltung zu vermeiden.

Höhenverstellbare Sitz-Steh-Tische ermöglichen den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen und lassen sich individuell an die Körpergrösse anpassen. Ergonomische Bürostühle und Sitzhocker können zusätzlich dynamisches Sitzen und regelmässige Haltungswechsel unterstützen.
Höhenverstellbare Arbeitsplatzlösungen finden sich auf officebase unter anderem bei Leuwico, WINI und Assmann.
Wie richtet man einen Schreibtisch ergonomisch ein?
Ein ergonomisch eingerichteter Schreibtisch lässt sich möglichst gut an die Körpergrösse und die jeweilige Arbeitssituation anpassen.
- Tisch- und Stuhlhöhe aufeinander abstimmen. Wichtig sind ausreichend Beinfreiheit sowie eine entspannte Haltung von Schultern und Armen.
- Arbeitsmittel gut erreichbar anordnen. Häufig benötigte Arbeitsmittel befinden sich idealerweise so, dass unnötige Dreh- oder Streckbewegungen vermieden werden. Je nach individuellen Bedürfnissen können auch ergonomische Büroaccessoires wie Fussstützen oder Handauflagen den Arbeitsplatz sinnvoll ergänzen.
- Zwischen Sitzen und Stehen wechseln. Höhenverstellbare Schreibtische ermöglichen es, die Arbeitshöhe individuell anzupassen und im Arbeitsalltag regelmässig zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln.
Wie richtet man einen Bildschirmarbeitsplatz ergonomisch ein?
Bei einem ergonomischen Bildschirmarbeitsplatz kommt es vor allem auf die richtige Anordnung von Bildschirm, Tastatur und Maus an.
- Bildschirm richtig positionieren. Eine Position direkt vor dem Nutzer hilft dabei, dauerhafte Drehungen von Kopf und Oberkörper zu vermeiden. Günstig ist eine Bildschirmposition, bei der der Blick in entspannter Kopfhaltung leicht nach unten gerichtet ist.
- Tastatur und Maus gut erreichbar platzieren. Beide befinden sich idealerweise möglichst nah am Körper, damit Schultern und Arme entspannt bleiben können.
- Blendungen vermeiden und Bewegung einplanen. Störende Blendungen und Spiegelungen auf dem Bildschirm sollten möglichst vermieden werden. Ergänzt wird die ergonomische Gestaltung durch regelmässige Haltungswechsel und Bewegung sowie durch eine geeignete Beleuchtung.
Was gehört zu einer ergonomischen Arbeitsumgebung?
Zu einem ergonomischen Arbeitsplatz gehört neben der passenden Büroeinrichtung auch eine angenehme Arbeitsumgebung. Dabei spielen insbesondere Raumklima, Beleuchtung und Akustik eine wichtige Rolle.
- Angenehmes Raumklima und gute Luftqualität. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität beeinflussen das Wohlbefinden und die Konzentration am Arbeitsplatz. Für überwiegend sitzende Büroarbeit nennt das SECO als Richtwerte etwa 21 bis 23 °C im Winter und 23 bis 26 °C im Sommer. Bei der relativen Luftfeuchtigkeit gelten ungefähr 30 bis 50 % im Winter und 40 bis 60 % im Sommer als geeignete Bereiche. Eine gute Raumluftqualität wird zudem wesentlich durch ausreichende Lüftung beeinflusst; eine CO₂-Konzentration von rund 1'000 ppm oder weniger gilt als guter Richtwert.
- Ergonomische Bürobeleuchtung. Gute Lichtverhältnisse unterstützen das Wohlbefinden und erleichtern die Bildschirm- und Büroarbeit. Für Büroarbeitsplätze nennt das SECO eine Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux im Bereich der Sehaufgabe. Wichtig sind ausserdem eine möglichst gleichmässige Beleuchtung sowie die Vermeidung von Blendungen, Spiegelungen und störenden Reflexionen. Tageslicht sollte dabei möglichst genutzt und durch eine der Tätigkeit angepasste künstliche Beleuchtung ergänzt werden. Auch der natürliche Tageslichtverlauf spielt für den zirkadianen Rhythmus des Menschen eine wichtige Rolle. Weitere Informationen finden Sie im officebase Ratgeber zur Bürobeleuchtung.
- Akustik und Lärmschutz. Störende Geräusche können die Konzentration und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz beeinträchtigen. Für Betriebsgeräusche in Büros nennt das SECO einen Richtwert von höchstens 55 dB(A); für Hintergrundgeräusche gelten je nach Raumnutzung niedrigere Werte. Besonders in offenen Büroflächen können Akustikelemente, die räumliche Trennung von Arbeitsplätzen und Lärmquellen sowie akustisch wirksame Decken, Wände, Böden und Trennwände dazu beitragen, die Geräuschbelastung zu reduzieren.
Auch für die ergonomische Arbeitsumgebung bietet officebase passende Lösungen: im Bereich Bürobeleuchtung beispielsweise von Waldmann und Regent, für die Raumakustik unter anderem von Mute Design und ZEMP.
Welche Richtlinien gelten für Ergonomie am Arbeitsplatz in der Schweiz?
In der Schweiz ist die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen auch gesetzlich verankert. Die Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (ArGV 3) schreibt vor, dass Arbeitsplätze und Arbeitsmittel nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet und eingerichtet werden müssen. Dabei sollen die körperlichen und kognitiven Fähigkeiten sowie die individuellen Voraussetzungen der Beschäftigten berücksichtigt werden.
Zu den Anforderungen gehören unter anderem ausreichend Bewegungsraum, eine möglichst zwanglose und variierbare Körperhaltung sowie Sitz- und Arbeitsflächen, die an die jeweilige Tätigkeit und die Nutzer angepasst werden können. Auch Faktoren wie Beleuchtung, Raumklima, Lüftung und Lärm gehören zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
Die konkrete ergonomische Gestaltung hängt deshalb immer von der jeweiligen Arbeitssituation und den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeitenden ab.
Weitere Informationen zum Thema Ergonomie am Arbeitsplatz finden Sie auf bürowissen.ch.
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