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Das grüne Büro: Nachhaltige Büroeinrichtung und Büroplanung

Das grüne Büro: Nachhaltige Büroeinrichtung und Büroplanung

Ein Green Office oder grünes Büro verbindet langlebige, reparierbare und kreislauffähige Büromöbel mit einer ressourcenschonenden Büroplanung und einem nachhaltigen Büroalltag. Dazu gehören die bewusste Materialwahl, Wiederverwendung und Recycling ebenso wie energieeffiziente Lösungen und eine gesundheitsgerechte Arbeitsumgebung.

Nachhaltige Büroeinrichtung

Nachhaltige Büromöbel

Nachhaltige Büromöbel berücksichtigen den gesamten Lebenszyklus eines Produkts – von der Auswahl und Herkunft der Materialien über Herstellung und Nutzung bis zur Wiederverwendung oder Verwertung. Eine lange Lebensdauer, Reparierbarkeit, austauschbare Komponenten sowie recyclingfähige oder wiederverwendete Materialien können dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und Möbel möglichst lange im Kreislauf zu halten. Dazu zählen beispielsweise langlebige und reparierbare Bürostühle und Tische, Möbel mit Recyclinganteil, modular aufgebaute Systeme sowie aufgearbeitete Gebrauchtmöbel.

Materialwahl bei nachhaltigen Büromöbeln

Die Materialwahl beeinflusst wesentlich, wie ressourcenschonend ein Büromöbel über seinen gesamten Lebenszyklus sein kann. Relevant sind unter anderem die Herkunft der Rohstoffe, der Anteil an Recyclingmaterial sowie die Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit der eingesetzten Materialien. Vorteilhaft sind Konstruktionen, bei denen unterschiedliche Materialien möglichst gut getrennt, Bauteile ausgetauscht und Rohstoffe am Ende der Nutzungsdauer wiederverwendet oder recycelt werden können.

Recycling und Demontage

Für die Kreislauffähigkeit von Büromöbeln ist entscheidend, dass Materialien am Ende der Nutzung möglichst gut getrennt und wiederverwertet werden können. Sind Büromöbel modular aufgebaut und leicht demontierbar, lassen sich einzelne Komponenten einfacher austauschen – und die Möbel länger nutzen. Beispiele dafür finden sich auch bei Büroaccessoires: Die recycelte Kabelführung von Dataflex besteht aus recyceltem Kunststoff und ist modular aufgebaut. Beim Aeron Bürostuhl von Herman Miller kommen ebenfalls recycelte Materialien zum Einsatz; der Stuhl ist nach Herstellerangaben zudem zu einem hohen Anteil recycelbar.

Aeron Bürostuhl von Herman Miller als Beispiel für nachhaltige Büromöbel

Bild: Aeron von Herman Miller

 

Nachhaltigkeitszertifikate für Büromöbel

Zertifikate und Umweltzeichen können bei der Auswahl nachhaltiger Büromöbel Orientierung bieten. Bei Holz und Holzwerkstoffen weisen etwa FSC und PEFC auf zertifizierte Lieferketten und eine verantwortungsvolle Herkunft der Rohstoffe hin. Das EU Ecolabel berücksichtigt bei Möbeln unter anderem die Herkunft von Holz, den Einsatz problematischer Stoffe und Emissionen. Auch der Blaue Engel zeichnet emissionsarme Möbel aus und bezieht dabei den Lebensweg des Produkts mit ein.

Speziell für Möbel gibt es zudem die europäische LEVEL-Zertifizierung der European Federation of Office Furniture (FEMB). Sie berücksichtigt Kriterien aus den Bereichen Materialien, Energie und Atmosphäre, Chemikalienmanagement sowie soziale Verantwortung. Wichtig ist dabei: Die einzelnen Zertifikate setzen unterschiedliche Schwerpunkte und sind deshalb nicht direkt miteinander vergleichbar.

Kreislaufwirtschaft bei Büromöbeln

Kreislaufwirtschaft bei Büromöbeln bedeutet, Möbel, Bauteile und Materialien möglichst lange in Nutzung zu halten. Statt Möbel frühzeitig zu ersetzen, können sie weiterverwendet, repariert oder aufgearbeitet werden. Erst wenn eine weitere Nutzung nicht mehr sinnvoll ist, sollten die Materialien möglichst getrennt und recycelt werden.

Ein Beispiel dafür ist Vitra: In den Circle Stores werden gebrauchte Vitra-Produkte geprüft, bei Bedarf gereinigt und instand gesetzt und anschliessend wieder in Umlauf gebracht. Für Geschäftskunden bietet Vitra mit „Circle for Contract“ zudem die Rücknahme und Wiederaufbereitung gebrauchter Büromöbel an.

Büromöbel mieten oder leasen

Nicht jedes Büromöbel muss gekauft werden. Miet- und Leasingmodelle sind vor allem dort interessant, wo sich Bedarf und Flächen häufig verändern. Besonders bei temporären Projekten, Unternehmensgründungen oder wechselndem Flächenbedarf müssen Möbel dadurch nicht für jede Nutzung neu angeschafft werden. Werden langlebige Möbel mehrfach eingesetzt, aufgearbeitet und erneut vermietet, können Produkte länger im Kreislauf bleiben und Ressourcen geschont werden.

Nachhaltige Herstellung und Lieferketten

Auch die Herstellung beeinflusst die Umweltbilanz von Büromöbeln. Relevant sind unter anderem der Energie- und Materialverbrauch, Emissionen, Abfälle, Transportwege sowie die Bedingungen in der Lieferkette. Nachhaltigkeitsberichte können dabei transparent machen, welche Ziele sich Hersteller setzen und welche Fortschritte sie erreichen.

Ein Beispiel ist Steelcase: Das Unternehmen will die Emissionen aus den eigenen Betriebsabläufen bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2020 um 50 Prozent reduzieren. Langfristig verfolgt Steelcase das Ziel, die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2050 um mehr als 90 Prozent zu senken.

Langlebigkeit und Reparierbarkeit

Langlebige Büromöbel müssen seltener ersetzt werden. Wichtig sind deshalb eine robuste Konstruktion, austauschbare Verschleissteile und die Möglichkeit, Möbel zu reparieren oder aufzuarbeiten. Bei der Auswahl lohnt sich nicht nur der Blick auf den Preis, sondern auch auf Lebensdauer, Ersatzteilversorgung und Reparaturmöglichkeiten.

Nachhaltige Büroplanung

Bei der nachhaltigen Büroplanung in der Schweiz sind neben einem möglichst geringen Ressourcenverbrauch auch die Anforderungen an den Gesundheitsschutz zu berücksichtigen. Das SECO nennt unter anderem Beleuchtung, Raumklima und Raumakustik als wichtige Faktoren der Arbeitsumgebung und empfiehlt, solche Aspekte bereits in der Planung einzubeziehen.

Ressourcen effizient planen

Eine nachhaltige Büroplanung berücksichtigt Energie- und Ressourcenverbrauch bereits bei der Gestaltung der Arbeitsumgebung. Dazu gehören unter anderem eine bedarfsgerechte Bürobeleuchtung, die sinnvolle Nutzung von Tageslicht sowie eine geeignete Belüftung und Raumklimatisierung. Werden solche Faktoren früh in die Planung einbezogen, lassen sich Arbeitsplätze funktional gestalten und unnötiger Energie- oder Ressourcenverbrauch vermeiden.

Digitale Büroplanung

Auch digitale Planungsmethoden können eine nachhaltige Büroplanung unterstützen. Mit Building Information Modeling (BIM) lassen sich Gebäude, Räume und technische Komponenten bereits vor der Umsetzung digital abbilden und gemeinsam planen. Dadurch können Planungsfehler früher erkannt sowie Materialbedarf, Flächennutzung und spätere Betriebsabläufe besser berücksichtigt werden.

Finden Sie hier den geeigneten Büroplaner für Ihr Green Office.

Flexible und hybride Büros effizient nutzen

Flexible und multifunktional nutzbare Bereiche können dazu beitragen, Büroflächen effizienter zu nutzen. Räume müssen dabei nicht dauerhaft nur einer einzigen Funktion zugeordnet sein: Ein Bereich für Videomeetings kann beispielsweise auch für Besprechungen oder konzentriertes Arbeiten genutzt werden. In Verbindung mit hybriden Arbeitsmodellen und einer bedarfsgerechten Arbeitsplatzplanung kann so der Flächenbedarf reduziert werden. Gleichzeitig lassen sich vorhandene Räume vielseitiger nutzen, ohne für jede Tätigkeit separate Flächen schaffen zu müssen.

Pflanzen und biophiles Design

Auch Pflanzen und andere Elemente eines biophilen Designs können die Gestaltung eines Green Office ergänzen. Sie bringen natürliche Elemente in den Arbeitsraum und können dazu beitragen, dass Büros angenehmer und attraktiver wahrgenommen werden. Ihre Wirkung auf Gesundheit, Konzentration und Produktivität hängt jedoch von weiteren Faktoren der Arbeitsumgebung ab.

Wie sich Pflanzen direkt in die Büroeinrichtung integrieren lassen, zeigen beispielsweise Para Vert von Brunner und Lösungen von Skandiform.

 

Para Vert von Brunner mit integrierter Begrünung für Bürobereiche

Bild: Para Vert von Brunner

 

Büroalltag nachhaltiger gestalten

Energie und Ressourcen im Büroalltag

Auch im Arbeitsalltag lässt sich der Energie- und Ressourcenverbrauch reduzieren. Bei der Anschaffung neuer Computer, Monitore, Drucker oder anderer Bürogeräte lohnt es sich, auf deren Energieeffizienz zu achten. Vorhandene Geräte sollten möglichst lange sinnvoll genutzt und bei Bedarf repariert werden. Energiesparmodi und das vollständige Ausschalten nicht benötigter Geräte können zusätzlich den Stromverbrauch senken.

Auch ein bewusster Umgang mit Papier gehört zu einem nachhaltigeren Büroalltag. Digitale Prozesse können Ausdrucke reduzieren; wenn Papier benötigt wird, sollte nur so viel wie nötig gedruckt werden.

New Work und nachhaltige Arbeitsmodelle

Zu einer nachhaltigen Gestaltung der Arbeitswelt gehören nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch gesundheitsgerechte Arbeitsplätze, flexible Arbeitsmodelle und passende Raumkonzepte. Unter dem Begriff New Work werden unterschiedliche Veränderungen der Arbeitswelt zusammengefasst, darunter flexiblere Arbeitsorte und Arbeitszeiten, digitale Zusammenarbeit und stärker an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientierte Arbeitsumgebungen. Ergonomie und Gesundheitsschutz bleiben dabei wichtig – auch beim Arbeiten im Homeoffice.

Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle können zudem dazu beitragen, Arbeitswege zu reduzieren. Ob dadurch insgesamt Ressourcen eingespart werden, hängt jedoch auch davon ab, wie Büroflächen, Mobilität und Arbeitsorganisation gestaltet werden. Nachhaltiger wird ein Arbeitsmodell deshalb nicht allein durch Homeoffice, sondern durch das Zusammenspiel von Arbeitsort, Flächennutzung, Ausstattung und Organisation.